Private Krankenversicherung ohne Selbstbehalt?

Die private Krankenversicherung ist im klassischen Sinne immer mit einem Selbstbehalt ausgestattet. Dabei geht es darum, dass eine gewisse Summe, die im Voraus vereinbart wird, aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Erst danach übernimmt die private Krankenversicherung weitere Arztkosten. Der Sinn des Selbstbehaltes liegt darin, dass die monatlichen Krankenkassenbeiträge enorm niedrig gehalten werden können. Die Ersparnis erhöht sich dabei, je mehr Selbstbehalt gewählt wird. Grundsätzlich beginnt dieser meistens bei 300 Euro. Es kann jedoch auch um Summen wie 1300 Euro gehen. Sicherlich kommt es dabei auf die eigene Finanzlage an und auch darauf, ob öfter mal ein Arzt besucht werden muss.

Gerade wenn beispielsweise Vorerkrankungen vorhanden sind, sollte man gründlich überlegen, ob der Selbstbehalt wirklich hoch gewählt werden sollte. Zwar ist die monatliche Ersparnis dann sicherlich ansprechend, allerdings sind Arztbesuche auch vorprogrammiert. Letztlich bezahlt man daher wohl meistens wesentlich mehr, als eigentlich sein müsste. Der Selbstbehalt lohnt sich ganz klar vor allem für Menschen, die aktuell gesund sind und daher auch recht selten einen Arztbesuch anstreben. Denn in Kombination mit der Beitragsrückerstattung, den niedrigen Beiträgen und einem hohen Selbstbehalt ergibt die private Krankenversicherung eine sehr attraktive Ersparnis. Ganz ohne Selbstbehalt lohnt sich die private Krankenversicherung insbesondere für gesunde Versicherte eher weniger.

Wichtig ist jedoch, dass der Selbstbehalt nicht nur aufgrund der aktuellen Situation gewählt wird. Denn ein hoher Selbstbehalt bringt zwar in jungen Jahren einen tollen Rabatt mit sich, rächt sich jedoch oftmals im Alter. Insbesondere bei einer kleinen Rente hat wohl kaum jemand das Geld, sich auch im Alter noch ausreichend versorgen zu lassen. Daher kann man mit diversen Bausteinen für das Rentenalter vorsorgen. Fakt ist, dass ein Selbstbehalt durchaus einige Vorteile mit sich bringen kann. Sicherlich besteht auch die Möglichkeit, dass man darauf verzichtet, doch dies sollte wirklich nur dann passieren, wenn vorhersehbar ist, dass man immer wieder den Arzt konsultieren muss. Einmal gewählt kann der Selbstbehalt meistens nur gegen hohe Gebühren verändert werden. Daher sollte die Entscheidung auch gut durchdacht werden. Das Gespräch mit der Krankenkasse ist dabei nie verkehrt, denn sicherlich kann mit einer Beratung die richtige Entscheidung getroffen werden. An der Gesundheit sollte letzten Endes niemand sparen.

Die Gesundheitsfragen – Private Krankenversicherung

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, der wird schnell auf die Gesundheitsfragen stoßen. Meistens handelt es sich um einen Fragebogen, bei dem die eigene Gesundheit ein wenig unter die Lupe genommen wird. Die Fragen sind teilweise enorm direkt und es werden auch wichtige Punkte abgeklärt. Natürlich ist den meisten Menschen klar, dass die private Krankenversicherung nicht gerne Versicherte hat, die bereits krank sind. Kein Wunder also, dass viele die eine oder andere Angabe einfach vergessen. Doch genau das kann große Probleme mit sich bringen. Die Gesundheitsfragen dienen dazu, einzuschätzen, ob der Antragssteller gesund ist. Bestehende Erkrankungen und Risikofaktoren werden mit dem Fragebogen in Erfahrung gebracht. Bestehen beispielsweise Übergewicht oder Bluthochdruck, dann geht die Krankenkasse davon aus, dass dieser Versicherte einige Kosten verursacht.

Offiziell gilt man dann also als Risikofaktor und muss entsprechend höhere Beiträge leisten. Das wollen die meisten Menschen jedoch nicht hinnehmen, was auch dazu verleitet, ein Kreuz auf dem Fragebogen auszulassen. Das wirkt erst einmal nicht wirklich schlimm, denn was soll so ein Kreuz schon ausmachen? Fakt ist, dass man sich damit in eine blöde Lage bringt. Klar, der Risikobeitrag ist erst einmal hinfällig, denn die private Krankenversicherung denkt ja, dass man gesund wäre. Allerdings wird auch irgendwann herauskommen, dass man es nicht so ernst mit dem Fragebogen genommen hat. Wenn dies der Fall ist, dann wird die Krankenkasse hellhörig. Im schlimmsten Falle sind die Folgen auch sehr drastisch.

Dies sieht meistens so aus, dass die Risikobeiträge rückwirkend berechnet werden. Je nach Versichertenzeit sind das horrende Summen, auf die eine private Krankenversicherung dann jedoch Anspruch hat. Weiterhin wird die private Krankenversicherung den Vertrag natürlich kündigen, und wenn es ganz schlimm kommt, werden Behandlungskosten zurückgefordert. Meistens betrifft dies jene Behandlungen, die in direktem Zusammenhang mit der verschwiegenen Krankheit stehen. Die Folgen sind hart und absolut teuer. Aus diesem Grunde ist es nicht anzuraten, bei den Gesundheitsfragen in irgendeiner Art und Weise zu lügen. Im Zweifel müssen höhere Beiträge abgeleistet werden, doch es kann einem nichts passieren. Lieber bezahlt man konstant etwas mehr und genießt dafür besten Schutz. Damit ist die private Krankenversicherung dann immer eine Bereicherung und man muss nicht dauernd Angst haben, dass eine Lüge herauskommt.

Die Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung

Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, der verspricht sich davon meistens einen preislichen Vorteil. Sicherlich ist dieser auch immer gegeben. Sehr attraktiv zeigt sich dabei die Beitragsrückerstattung. Eigentlich werden bei diesem Verfahren vor allem die Versicherten belohnt, die sich im Vorjahr nicht über dem Selbstbehalt haben versorgen lassen. Wer beispielsweise das gesamte Jahr über keinen Arzt besucht und auch sonst keinerlei Leistungen von der Krankenkasse in Anspruch nimmt, erhält im nächsten Jahr einen Bonus. Dieser soll natürlich eine Art Belohnung sein, dass die private Krankenversicherung keine Leistungen bezahlen musste. Die Beitragsrückerstattung kann in der Höhe sehr variieren. Dabei baut sie sich jedoch über die Jahre hinweg auf. Im ersten Jahr sind die Summen noch relativ gering. Wird dann ein weiteres Jahr kein Leistungsanspruch erhoben, dann erhöht sich die Summe. Dies geht einige Jahre so weiter, bis schließlich die maximale Beitragsrückerstattungshöhe erreicht wurde.

Sicherlich lohnt es sich, wenn man keine Leistungen in Anspruch nimmt, denn so eine Beitragsrückerstattung ist eine nette Finanzspritze, über die sich am Ende jeder freut. Allerdings neigen auch viele Menschen dazu, aufgrund dieser Erstattung keinen Arzt aufzusuchen. Bei einer kleinen Erkältung ist das noch kein Problem, bestehen jedoch ernsthafte Erkrankungen, dann sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden. Es ist keinesfalls sinnvoll, aufgrund der Hoffnung auf einen Bonus die Gesundheit zu riskieren. Dies ist auch nicht die Intention, die von den Versicherungen angestrebt wird. Viel eher möchte die private Krankenversicherung die Menschen belohnen, die sich gut um sich selbst kümmern und nicht wegen eines kleinen Schnupfens den Arzt aufsuchen. Alle Versicherungen empfehlen ganz klar, dass es keinesfalls darum geht, den Arztbesuch an sich schlecht zu machen.

Die Beitragsrückerstattung lohnt sich sicherlich immer. Wer die private Krankenversicherung mit einem Selbstbehalt gewählt hat, der kommt dabei am besten weg. Denn die ersten Arztbesuche müssen ohnehin aus eigener Tasche bezahlt werden. Je weniger also eine ärztliche Versorgung wahrgenommen wird, umso mehr Erstattung kann ergattert werden. Im Zweifel lohnt es sich auch, einmal nachzurechnen. So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, eine Rechnung von rund 100 Euro bei der Krankenkasse einzureichen, wenn die Beitragsrückerstattung 200 Euro beträgt. Am Ende ist es nur eine kleine Rechnung, die sich deutlich lohnt. Somit kann die private Krankenversicherung ideal genutzt werden, ohne dass zu hohe Kosten entstehen würden.